.

.

fotografie: jan buschman

weitere infos // institut bild.medien 

.

.

Forschungs­vorhaben konnte in die Tat umgesetzt werden

Mit der Medienwand ist die HSD um eine Attraktion reicher. Auf einer Fläche zwischen Gebäude 5 und Gebäude 7 konnte man seit einigen Wochen das Entstehen einer riesigen LED-Wand beobachten. Das seit vielen Jahren geplante Forschungsvorhaben konnte nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Das Dezernat Kommunikation & Marketing sprach mit dem institut bild.medien der Peter Behrens School of Arts.

Zu diesem Anlass führte die zentrale Pressestelle der HSD ein Interview mit dem institut bild.medien.

Was ist die Medienwand und welchem Zweck dient sie?
Mit der neu entstandenen 72qm großen Medienwand auf dem Hochschulcampus der Hochschule Düsseldorf ist es möglich, ein Forschungs- und Lehrprojekt, welches durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG positiv begutachtet und durch das Land NRW mit 1,5 Millionen Euro gefördert wird, realisieren zu können. Antragsteller*innen sind diesbezüglich Prof. Dr. phil. Stefan Asmus, Dr. päd. Reiner Nachtwey und Dr. phil. Kathrin Tillmanns. Im beantragten Projekt geht es um spezifische Wahrnehmungs- und Ausdrucksschulungen im Urban Space sowie um wissenschaftliche Untersuchungen, in welcher Weise ein öffentlicher Raum Beeinflussung erfahren darf und kann, und welche neuen Methoden gestalterischen Arbeitens in diesem möglich sind.
Zum Begriff Medienfassade/Medienwand: Wir haben uns im Laufe der Antragstellung für eine Medienwand, einen freistehenden Baukörper auf dem Campusgelände der Hochschule Düsseldorf entschieden – in bewusster Absetzung zu einer Medienfassade, die beim architektonischen Entwurf und der Planung eines Gebäudes als gestalterisches und/oder funktionales Element eingesetzt wird.

Das Projekt wurde durch den Fachbereich Design angestoßen. Waren Studierende am Entstehungsprozess beteiligt?
Das Projekt wurde am institut bild.medien durch Prof. Dr. phil. Stefan Asmus, Dr. päd. Reiner Nachtwey und Dr. phil. Kathrin Tillmanns entwickelt und initiiert. Es basiert auf Vorarbeiten, die u.a. aus einem langjährigen Projekt zur Medienfassade der Sparda Bank in Bonn hervorgegangen sind. Hierzu wurden verschiedene Lehrveranstaltungen mit Studierenden durchgeführt. Die Erkenntnisse und Erfahrungen aus diesem Vorläuferprojekt sowie die Kompetenzen der Antragsteller*innen haben die DFG überzeugt, so dass der Antrag schließlich positiv bewertet wurde.

Warum ist dieses Projekt entstanden? Was war das Bedürfnis?
Das Projekt ist aus einem Vorläuferprojekt heraus entstanden. In diesem haben wir eine Expertise erlangt, die wir weiterentwickeln und ausbauen wollten. Zudem haben wir an den studentischen Arbeiten, die in eigens dafür eingerichteten Lehrveranstaltungen entstanden sind, gut ablesen können, dass sich in diesem Bereich Forschung und Lehre gut kombinieren lassen. Das aktuelle Projekt ist aber auch aus der Intention heraus entstanden, den Campus der Hochschule Düsseldorf als Ort zu prägen, ihn sich anzueignen, ihn als Hochschulstandort anders wahrnehmbar und erlebbar machen zu lassen – für Studierende, Beschäftigte und Passanten, die den Ort als zunächst transitorischen verstehen und ihn beispielsweise als Abkürzung zum S-Bahnhof durchlaufen.

Dürfen wir uns künftig zum Public Viewing auf dem Campus treffen?
Public Viewing ist im Allgemeinen eine im deutschen Sprachraum verwendete Bezeichnung für die öffentliche Liveübertragung von Sportereignissen oder anderen Events auf Videowänden und hat sich seit 2006 in Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft etabliert. Die Medienwand auf dem Campus der HSD dient zur Durchführung von spezifischen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Versteht man den Begriff Public Viewing in seiner ursprünglichen offeneren Bedeutung als Kollektives Wahrnehmen von hier medialen orts- und anwendungsspezifischen Ereignissen in einem öffentlichen Raum, ist dies möglich.

Welche Inhalte werden über die Medienwand veröffentlicht und wer entscheidet was und wann es veröffentlicht wird? Wer ist die/der konkrete Ansprechpartner*in?
Auf der Medienwand werden Ergebnisse von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu sehen sein, welche in enger Verbindung zum eingereichten DFG-Antrag stehen. Wir werden in Kürze in alle Fachbereiche der HSD gehen und das Projekt noch einmal kurz vorstellen.
Für die Medienwand gibt es verschiedene Rahmenbedingungen, welche seitens der DFG als Vorgaben einzuhalten sind, wie ebenso seitens der Stadt Düsseldorf, die dieses Bauvorhaben unter Auflagen zugelassen hat. Dies betrifft die Richtlinien zur Lichtemission der Stadt Düsseldorf, aber auch inhaltliche Aspekte. Die Antragsteller*innen haben aus diesem Grund ein Kuratorium eingerichtet, das letztendlich darüber befindet, was auf der Fassade gezeigt wird. Ansprechbar hierfür ist Dr. Kathrin Tillmanns, bzw. der aktuelle Tutor zur Medienwand, der unter folgender Funktionsadresse zu erreichen ist: medienwand@hs-duesseldorf.de.

Können studentische Arbeiten aus anderen Fachbereichen ebenfalls dort gezeigt werden?
Wir haben Konzepte für eine möglichst weitreichende Beteiligung anderer Fachbereiche und externer künstlerisch-gestalterischer Projektpartner entwickelt. Wenn Lehrende anderer Fachbereiche die Medienwand in Lehre und Forschung einbeziehen wollen, bitten wir im frühestmöglichen Vorlauf mit uns Kontakt aufzunehmen, um dies planen, bzw. um die Rahmenbedingungen kommunizieren zu können. Berücksichtigung bei dem Vorhaben sollte immer der spezifische Ort und die mediale Präsentationsform finden.

Was waren für Sie die größten Herausforderungen im Projektmanagement?
Die größten Herausforderungen waren die Kalkulation des Antrages, der unabsehbare zeitliche und personelle Aufwand, sowie die Koordination mit anfangs so nicht absehbaren Protagonisten wie der zu planende Workflow. Nach positivem Bescheid durch die DFG gab es mehrfach Gespräche und Abstimmungen mit dem BLB, Eigentümer des Grundstücks der HSD, der Stadt Düsseldorf mit unterschiedlichen Ämtern, die standardgemäß für einen Bauantrag einbezogen werden. Hinzu kamen hochschulinterne technische Einrichtungen, sowie mehrere Bereiche aus der Verwaltung, die z.B. die Ausschreibung betreut haben. Ganz besonders danken möchten wir an dieser Stelle dem Gebäudemanagement, insbesondere Herrn Keven Friedrichs für dessen besonnene und fachlich kompetente Begleitung.

Was war am spannendsten im gesamten Prozess?
Die Spannung blieb von Beginn der inhaltlichen Erstellung des Antrags im Jahr 2015 bis zur technischen Ausführung konstant erhalten. Im Grunde genommen ist an diesem Projekt mehreres ablesbar, was aber hier zu weit führen würde, dies zu entfalten.

Was war für Sie Neuland, auf das Sie sich als Designer*innen begeben mussten?
Sich mit den Gegebenheiten eines Bauantrages auseinanderzusetzen, das Vorhaben zu kalkulieren, darauf zu vertrauen, Projektbeteiligte über die lange Zeit nicht zu verlieren.

Wo liegen die größten „lessons learned“?
Der Zeitaspekt und der Arbeitsaufwand waren in keinem Maße absehbar. An vielen Stellen hatten wir den Eindruck, uns auf Neuland zu begeben. Zudem ist uns auch fremd, die Dinge nicht direkt steuern zu können, sondern die Kommunikation über Dritte abwarten zu müssen. In dem Projekt waren letztendlich so viele rechtliche und verwaltungsbestimmte Kommunikations- und Abstimmungsverhältnisse zu beachten, was für uns nicht immer einfach, aber auch so zunächst nicht absehbar war.

Wann startet die erste Präsentation auf der Medienwand? Und dürfen Sie uns schon das Thema verraten?
Wir sind immer noch in der technischen Test- und Abnahmephase. Das heißt, aktuell wird ein Probebetrieb angestrebt, um Fragen der Gewährleistung und ähnliches klären zu können. Zudem müssen auch Projekte entstehen, die mit der Wand arbeiten. Das heißt, die Arbeit geschieht mit der Wand, mit dem ausloten ihrer spezifischen und technischen Möglichkeiten.

Wird es eine Einweihung / ein Kick-off/ eine feierliche Eröffnung o.ä. geben?
Ich denke, dies wird erst nach einer gewissen Probephase passieren. Hierzu werden wir einige Projekte vorbereiten – der Termin steht noch nicht fest. Wir würden gerne erst von einem Probebetrieb in einen Arbeitsbetrieb umschalten.
Die Öffentlichkeit wird nach und nach informiert, über die Aktuelles-Seite der Hochschule, über Kooperationspartner, mit denen wir hierzu Projekte machen werden und letztendlich über die Presseabteilung der HSD.

Wie lange werden die Inhalte dort jeweils gezeigt?
Dies wird im Kuratorium entschieden und hängt auch mit den inhaltlichen Konzepten der Projekte zusammen, welche dafür zu Grunde gelegt wurden.

Wie frei ist man in der Gestaltung der Inhalte? Gibt es bestimmte Vorgaben?
Es gibt einen Leitfaden für die technische Spezifikation. Dieser Leitfaden ist bei dem Tutor der Medienwand abrufbar, bzw. wir stellen ihn bei den Vorbesprechungen zu den geplanten Projekten vor. Um die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Aufführungs- und Nutzungsrechte muss sich der jeweilige Projektverantwortliche eigenverantwortlich kümmern und sicherstellen, dass der HSD dadurch keine Nachteile entstehen.

Läuft die Medienwand 24/7 oder gibt es eine zeitliche Begrenzung?
Die Betriebszeiten der Medienwand sind so gewählt, dass die umwelttechnischen und nachbarschaftlichen Belange berücksichtigt werden. Diese sind wie folgt: Wochentags maximale Laufzeiten 8.00 – 21.00 Uhr, samstags maximale Laufzeiten 9.00 – 17.00 Uhr, sonntags kein Betrieb. Diese Zeiten sind in Abstimmung mit der Bezirksregierung festgelegt wurden und sind eine Auflage für die Betriebserlaubnis.

Die Medienwand eignet sich perfekt, um Studierende direkt auf dem Campus zu erreichen. Darf sie für Werbezwecke genutzt werden?
Die Medienwand darf nicht für Werbezwecke genutzt werden. Die Vorgaben dazu haben die DFG und die Stadt Düsseldorf gemacht.

Ist die Medienwand gegen Vandalismus geschützt?
Es gibt an der Medienwand ein technisches System, welches vor Vandalismus schützen wird.

Welche Bedeutung hat die Medienwand für die HSD insgesamt?
Der Antrag wurde durch die DFG auch deshalb positiv bewertet, da es in dieser Richtung keinen ähnlichen Forschungs- und Lehrschwerpunkt an deutschen Hochschulen bisher gab. Dies ist eine Sonderstellung. Zudem ist es gerade für die gestalterischen Bereiche wichtig, ihre Arbeit in Forschung und Lehre einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Die Medienwand bildet zudem eine gute Möglichkeit, aktuelle digitale Techniken weiter zu entwickeln und sich verantwortungsbewusst und kritisch mit visueller Gestaltung im öffentlichen Raum auseinander zu setzen. 

Quelle: HSD Interview

Ansprechpartnerin HSD:

Dr. Kathrin Tillmanns
Peter Behrens School of Arts
Fachbereich Design​
institut bild.medien

.